Platinlexikon

Unser Platinlexikon enthält Wissenswertes rund um das Edelmetall Platin und erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe.

Platin ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Pt und der Ordnungszahl 78. Im Periodensystem steht es in der Gruppe 10 oder Nickelgruppe. Platin ist ein schweres, schmiedbares, dehnbares, grau-weißes Übergangsmetall. Das Edelmetall ist sehr korrosionsbeständig und wird zur Herstellung von hochwertigen Schmuckwaren, Fahrzeugkatalysatoren, Laborgeräten, Zahnimplantaten und Kontaktwerkstoffen verwendet.

Geschichtlicher Hintergrund
Der Name Platin leitet sich vom spanischen Wort platina ab. Es ist die negativ besetzte Verkleinerungsform von plata „Silber“. Die erste europäische Erwähnung geht auf den italienischen Humanisten Julius Caesar Scaliger zurück. Er beschreibt ein mysteriöses weißes Metall, das sich allen Schmelzversuchen entzog. Eine ausführlichere Beschreibung der Eigenschaften findet sich in einem 1748 veröffentlichten Bericht von Antonio de Ulloa.

Platin wurde wahrscheinlich erstmals um 3000 vor Chr. im Alten Ägypten verwendet. Der britische Forscher Sir William Matthew Flinders Petrie (1853–1942) entdeckte im Jahr 1895 altägyptischen Schmuck und stellte fest, dass Platin in kleiner Menge mit verwendet wurde.

Platin wurde auch von den Indianern Südamerikas benutzt. Es fand sich beim Gewinnen von Goldstaub im Waschgold als Begleitung und konnte nicht explizit abgetrennt werden. Die Schmiede seinerzeit nutzten unbewusst die Tatsache aus, dass sich native Platinkörnchen mit Goldstaub in der Glut von mit Blasebalgen angefachtem Holzkohlefeuer gut verschweißen lassen, wobei das Gold wie ein Lot wirkte und sich durch wiederholtes Schmieden und Erhitzen eine relativ homogene, helle, in der Schmiedehitze verformbare Metalllegierung erzeugen ließ. Diese konnte nicht wieder geschmolzen werden und war genauso beständig wie Gold, allerdings von weißlich-silberartiger Farbe. Schon ein ungefähr 15-prozentiger Platinanteil führt zu einer hellgrauen Farbe. Reines Platin war jedoch noch unbekannt.

Im 17. Jahrhundert wurde Platin in den spanischen Kolonien als lästiges Begleitmaterial beim Goldsuchen zu einem großen Problem. Man hielt es für „unreifes“ Gold und warf es wieder in die Flüsse Ecuadors zurück. Da es ein ähnliches spezifisches Gewicht wie Gold hat und selbst im Feuer nicht anlief wurde es zum Verfälschen von Gold verwendet. Daraufhin erließ die spanische Regierung ein Exportverbot. Sie erwog sogar, sämtliches Platin im Meer zu versenken um Platinschmuggel und Fälscherei zuvorzukommen und um davor abzuschrecken.

Die Alchemie des 18. Jahrhunderts war gefordert, denn das Unterscheiden vom reinen Gold und das Extrahieren gestalteten sich mit den damaligen Techniken als außerordentlich schwierig. Das Interesse aber war geweckt. 1748 veröffentlichte Antonio de Ulloa einen ausführlichen Bericht über die Eigenschaften dieses Metalls. 1750 stellte der englische Arzt William Brownrigg gereinigtes Platinpulver her. Louis Bernard Guyton de Morveau fand im Jahre 1783 ein einfaches Verfahren um Platin industriell zu gewinnen.

Abbau von Platin
Der Abbau von Platin beschränkt sich weitgehend auf sechs große Förderländer: Südafrika, Russland, Kanada, Vereinigte Staaten, Kolumbien und Simbabwe. Südafrika liegt mit einer Förderung von mehr als 140 t im Jahr deutlich vor den Abbauzahlen der anderen Förderländer.

Platinwert
In den letzten Jahren ist der Platinpreis ständig gestiegen. Im Jahr 2008 wurde eine Platin-Unze zeitweise mit 2308,80 US-Dollar gehandelt. Dies lag deutlich über dem gehandelten Preis für eine Feinunze Gold. Nur für das noch seltenere Rhodium werden auf dem Weltmarkt höhere Preise erzielt.

Platinbarren/Platintafeln
Platinbarren und Platintafeln werden mit 999,5 punziert/gestempelt. Sie sind in Einheiten von 1 Gramm bis 1000 Gramm von unterschiedlichen Prägeanstalten erhältlich.

Platinmünzen
Platinmünzen sind Münzen, die größtenteils aus Platin bestehen. Im 19. Jahrhundert dienten sie in Russland als Zahlungsmittel/Kurantmünze. Sprich eine vollwertige, umlaufende, gangbare, kursierende Münze, deren Nominalwert durch das enthaltene Metall aus dem sie besteht, (nahezu) vollständig gedeckt ist. Heute werden Platinmünzen nur noch für Anleger oder Sammler geprägt. Gängig Platinmünzen sind z.B. Maple Leaf (Kanada), Koala (Australien), Platypus (Australien), Cook Island und Isle of Man. Gerne ermitteln wir den Wert Ihrer einzelnen Platinmünze oder Ihrer Sammlung von Platinmünzen und teilen Ihnen den Wert umgehend mit.

Platin als Geldanlage
Trotz seines hohen Wertes führt Platin als Edelmetallanlage eher ein Schattendasein. Dafür ist die Besteuerung solcher Anlagen mit dem jeweils geltenden Mehrwertsteuersatz, gegenüber Gold verantwortlich. Die meisten Anleger, die in Edelmetalle investieren möchten, greifen auf das mehrwertsteuerbefreite Gold zurück.